Zusatzbezeichnung Proktologie

Definition

Die Zusatzweiterbildung Proktologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Formveränderungen und funktionellen Störungen des Mastdarms, des Afters, des Kontinenzorgans, der Beckenbodenmuskulatur, von Analekzemen, anorektalen Geschlechtskrankheiten und analen Dermatosen.

Weiterbildungsziel

Ziel der Zusatzweiterbildung ist die Erlangung einer fachlichen Kompetenz in der Proktologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte. Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung: Facharztanerkennung für Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie, Visceralchirurgie, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere und Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Gastroenterologie oder Urologie.

Weiterbildungszeit

12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können sechs Monate während der Facharztweiterbildung in Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie, Visceralchirurgie, Haut und Geschlechtskrankheiten, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere und Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Gastroenterologie oder Urologie abgeleistet werden.

*Deutsche Muster-Weiterbildungsordnung (WBO) von 2003

Weiterbildungsinhalt

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • Den konservativen und operativen Behandlungsmethoden der Proktologie, einschließlich:
    • Der konservativen Fissurbehandlung und der Mitwirkung bei operativer Fissurbehandlung
    • Exzision von kleineren peri- und intraanalen Geschwülsten wie Thrombosen, Marisken und hypertrophen Analpapillen
    • Behandlung von Hämorrhoidalleiden, z.B. Verödung, Gummibandligaturen
    • Aufsuchen und Sondierung von Analfisteln und Krypten einschließlich Fadendrainagen
    • Mitwirkung bei der operativen Therapie eines Sinus pilonidalis, der Acne inversa und eines Analabszesses
  • Der Differentialdiagnostik des Analekzems einschließlich Diagnostik und Therapie der anorektaler Geschlechtskrankheiten und analer Dermatosen
  • Der Versorgung und Beratung von Stomaträgern
  • Der Nachsorge bei malignen Tumoren
  • Der digitalen Austastung und Befundung des Analkanals
  • Der Spekulumuntersuchung des Analkanals
  • Proktoskopien und Rektoskopien
  • Der funktionellen und morphologischen Diagnostik der analen Schließmuskulatur, z.B. Manometrie, Endosonographie
  • Der Lokal- oder Regionalanästhesie