Empfehlungen und Leitlinien zur Proktologie

Leitfaden und Empfehlungen für die Hygiene in der Koloproktologie

Proktologische Leitlinien

Folgende Leitlinien zur Proktologie stehen auf den Seiten der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) zum Download bereit:

Proktologische Blickdiagnosen - Atlas und Praxisleitfaden (V. Wienert, H. Mlitz, F. Raulf)

Buch: Proktologische Blickdiagnosen (V. Wienert, H. Mlitz, F. Raulf)In der Proktologie stellt die Blickdiagnose eine wesentliche Voraussetzung zur korrekten Diagnosestellung und damit zur optimalen Therapie der Erkrankungen dar. Sie ist jedoch schwierig, "da man das nur sieht, was man weiß" (J.W. von Goethe).

In diesem Sinne soll das vorliegende Buch den diagnostischen Blick das Lesers schärfen, denn gerade im Analbereich kommt der Empirie aufgrund des terrain-bedingten morphologischen Gestaltwandels der Dermatosen eine besondere Bedeutung zu. Drei erfahrene Proktologen haben aus ihrem Fundus Krankheitsbilder ausgewählt, die schon mit dem bloßen Auge eine weitgehende diagnostische Einordnung erlauben.

Neben der Bilddokumentation finden sich zu jeder Erkrankung stichwortartig Erläuterungen zu Häufigkeit, Ätiopathogenese, Symptomen, Befund, Verlauf, Komplikationen, Diagnostik, Differentialdiagnostik und Therapie. Im Einzelnen werden nahezu 80 Krankheiten beschrieben: Dermatosen, Neubildungen, proktologische, venerische, iatrogene und genetische Erkrankungen.

Weiterführende Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Schattauer-Verlags.

Buchbesprechung: Analfissur (V. Wienert, F. Raulf, H. Mlitz)

Buch: Analfissur (V. Wienert, F. Raulf, H. Mlitz)Das 2012 im Eigenverlag erschienene Buch „Analfissur“ ist das umfassendste Werk zu diesem Thema. Es basiert auf einer Literaturrecherche ab 1855 und berücksichtigt fast 750 Publikationen. Auf 175 Seiten werden in 18 Kapiteln – Anatomie des Anorektums, Definition der Analfissur, Chronische Analfissur, Sekundäre Analfissuren, Problematik der Definition der chronischen Analfissur, Epidemiologie, Ätiopathogenese, Symptomatik, Einfluss auf die Lebensqualität, Prävention, Diagnostik, Differentialdiagnostik, Historische Aspekte, Therapie der akuten Analfissur, Therapie der chronischen Analfissur, Analfissuren bei Kindern und Jugendlichen, Assoziierte Erkrankungen und Statement der Autoren zu Diagnostik und Therapie – evidenzbasiertes Wissen und empirische Erfahrungen dreier versierter Koloproktologen vermittelt.

Analfissuren werden interdisziplinär von Proktologen, Chirurgen, Dermatologen, Gynäkologen, Urologen, Gastroenterologen und Allgemeinärzten behandelt. An diese wendet sich das vorliegende Buch.

Ausführlich werden die Primäre Fissur – akut und chronisch – und die Sekundären Fissuren behandelt, die u. a. mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen assoziiert, erregerbedingt oder medikamenteninduziert sein können. Im Kapitel „Ätiopathogenese“ wird auch der anale Missbrauch besprochen. Die unterschiedlichen Therapien der Fissur berücksichtigen deren Ätiologie. Nach der von den Autoren vorgeschlagenen neuen Klassifikation der chronischen Fissur in differente Stadien ist künftig die Evaluierung der Therapieerfolge besser möglich. Nicht die Dauer der Erkrankung, sondern die Ausbildung sekundärer Veränderungen, speziell das Vorhandensein hypertrophierter Analpapillen, aufgeworfener Wundränder, der sogenannten Vorpostenfalte und subfissuraler /-anodermaler Fisteln ist charakteristisch für die chronische Fissur. Konservative Therapieversuche sind spätestens dann frustran.

Die chronische Fissur sollte nach Meinung der Autoren möglichst nach der Methode von Gabriel operiert werden. Die Autoren raten dringend von der vor allem in den angelsächsischen Ländern als Goldstandard favorisierten lateralen subkutanen Sphinkterotomie ab. Bei dieser, schon vor 1850 von Blandin in Paris beschriebenen Technik, werden bis zu 57% des M. sphincter ani internus durchtrennt, ohne dass der Operateur das genaue Ausmaß realisiert. Unterschiedlich stark ausgeprägte Störungen der Kontinenz sind fast regelhaft die Folge. Auch die Operation nach Eisenhammer birgt diesbezügliche Risiken und sollte nicht mehr durchgeführt werden.

Die Autoren halten die Hypothese des Sphinkterhypertonus für Entstehung und Persistenz des Fissurleidens für fraglich und haben deshalb erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Sphinkterdrucksenkung – sowohl medikamentös als auch operativ – zur Heilung der Fissur.

Dr. E. Berg, Prosperhospital Recklinghausen

Das Buch „Analfissur“ ist auch als E-Book erhältlich und erscheint in Kürze beim Springer-Verlag upgedatet in englischer Version (unter Berücksichtigung der seit 2012 neu erschienenen relevanten Literatur). Weitere Infos über die Geschäftsstelle.


Buchbesprechung: Ambulantes Operieren – Praktische Hygiene

Ambulantes Operieren – Praktische HygieneAufgrund zunehmender medialer Thematisierung und nach der Neufassung des Hygienegesetzes in diesem Jahr rücken Fragen der Hygiene immer mehr in den Fokus ärztlichen Handelns. Ambulante Operationen sind ein fester Begriff in der Bevölkerung. Die Zahl der ambulanten Eingriffe steigt stetig an. Mit der Neuauflage des Buches „Ambulantes Operieren – Praktische Hygiene“ steht niedergelassenen Operateuren ein aktuelles und umfassendes Standardwerk zu den vielfältigen Fragestellungen zur Hygiene in der Praxis zur Verfügung.

Das Buch ist in 17 Abschnitte gegliedert. Alle wesentlichen Aspekte werden beschrieben: die rechtlichen Grundlagen, bauliche Voraussetzungen und Bauplanung ambulanter Operationseinrichtungen. Kernkapitel sind Hygiene im Praxisbereich, im OP, in der Anästhesie und die speziellen Hygienemaßnahmen in den operativen Fächern wie Chirurgie und Orthopädie, Ophthalmochirurgie, Koloproktologie (neu), HNO, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Urologie und Gynäkologie. Weitere Kapitel befassen sich mit der Infektionserfassung, mit raumlufttechnischen Anlagen, Abfallentsorgung und Arbeitsschutz. Von großer Praxisrelevanz sind auch die Ab- schnitte über das Qualitätsmanagement, die hygienisch-mikrobiologischen Kontrollen, die behördliche Überwachung der ambulanten OP-Praxis und die Erstellung von Hygieneund Desinfektionsplänen. Ein eigenes Kapitel ist dem aktuellen Thema der multiresistenten Keime gewidmet.

Seit dem Erscheinen der Erstauflage vor 6 Jahren gibt es viel Neues im Bereich der Hygiene. In der vorliegenden Neuauflage sind alle Kapitel vollständig überarbeitet, erweitert und aktualisiert. Die neuen gesetzlichen Regelungen durch das Infektionsschutzgesetz, die neuen Landeshygieneverordnungen und auch die neuen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (KRINKO) werden berücksichtigt. Das ausführliche Literaturverzeichnis ist auf dem neusten Stand. Die Herausgeber sind renommierte und praxiserfahrene Vertreter ihres Faches, Ärzte für Hygiene und Umweltmedizin.

Das Buch ist klar konzipiert. Die einzelnen Kapitel sind didaktisch hervorragend aufbereitet, sodass es geradezu Freude bereitet, sich mit der an sich trockenen Materie zu befassen. Farblich abgesetzte Memo- und Cave-Blöcke sowie besondere Praxistipps heben das Wesentliche hervor und erleichtern den Überblick. Der Text wird durch umfassendes Bildmaterial illustriert. Besonders hervorzuheben ist das Augenmaß der Autoren, die sich um einleuchtende, bezahlbare, pragmatische und rechtlich gesicherte Lösungen und Orientierungshilfen bemühen. Bei diesem Buch handelt es sich um ein exzellentes, wichtiges und umfassendes Standardwerk, auf das man sich berufen kann. Es ist ein Muss für ambulante Operationszentren, niedergelassene Fachärzte, die ambulante Eingriffe vornehmen, und deren hygieneverantwortlichen Mitarbeiter. Es sollte auch in keiner Bibliothek des öffentlichen Gesundheitswesens fehlen.

Für Proktologen besonders interessant ist das von Bernhard Strittmatter neu verfasste Kapitel „Koloproktologie“. Er verweist zunächst auf die Hygienerichtlinien des BCD. Des Weiteren stellt er detailliert und praxisnah die besonderen Hygieneanforderungen in der proktologischen Praxis dar.

Dr. H. Loch, Berlin

Das Buch ist über die Geschäftsstelle erhältlich.