Mitglied werden

Einleitung

Die Koloproktologie stellt ein eigenständiges interdisziplinäres Fachgebiet dar, dass chirurgische, gastroenterologische, dermatologische und zusätzlich umfangreiche Spezialinhalte umfasst.

Um die ärztliche Versorgung betroffener Patienten auf internationalem Standard zu sichern, stellt der Berufsverband der Coloproktologen Deutschland seit 1995 hohe Qualitätskriterien an eine Mitgliedschaft: Voraussetzung ist der mündliche und schriftliche Qualitätsnachweis in allen Bereichen der Koloproktologie.

Bisher berücksichtigte die Ärztliche Weiterbildungsordnung in Deutschland das Gebiet der Koloproktologie nur marginal. Nach intensiven Anstrengungen des Berufsverbandes hat der Deutsche Ärztetag 2003 die Zusatzbezeichnung Proktologie in der Weiterbildung implementiert.

Mitgliedschaft

In konsequenter Verfolgung der bisherigen Qualitätsansprüche werden auch zukünftig die Mitglieder des Berufsverbandes eine Gewähr für eine qualifizierte proktologische Versorgung bieten. Die Mitgliedschaft im Berufsverband ist ein besonderes Qualitätsmerkmal; Patienten, Kostenträgern und Kollegen sichert sie den höchsten Standard koloproktologischer Diagnostik und Therapie - entsprechend einer über die fachärztliche Weiterbildung hinausgehende Spezialisierung.

Ordentliches Mitglied im BCD kann deshalb nur ein Facharzt werden, der seine koloproktologische Qualifikation auf einem der beiden folgenden Wege nachgewiesen hat:

  1. Erwerb der Zusatzbezeichnung "Proktologie" bei einer Landesärztekammer oder
  2. Erfolgreiche Prüfung bei anderen koloproktologischen Fachgesellschaften, sofern diese mindestens den Anforderungen der Zusatzbezeichnung Proktologie der WBO entsprechen.

Für die Aufnahme in den Verband sind darüber hinaus zwei Mitglieder des Berufsverbandes als Bürgen zu benennen. Darüber hinaus ist die Mitgliedschaft gebunden an den Nachweis mindestens der berufsrechtlichen Fortbildungsverpflichtung auf koloproktologischem Gebiet.

Zusatzbezeichnung Proktologie*

Definition

Die Zusatzweiterbildung Proktologie umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Formveränderungen und funktionellen Störungen des Mastdarms, des Afters, des Kontinenzorgans, der Beckenbodenmuskulatur, von Analekzemen, anorektalen Geschlechtskrankheiten und analen Dermatosen.

Weiterbildungsziel

Ziel der Zusatzweiterbildung ist die Erlangung einer fachlichen Kompetenz in der Proktologie nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte. Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung: Facharztanerkennung für Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie, Visceralchirurgie, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere und Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Gastroenterologie oder Urologie.

Weiterbildungszeit

12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können sechs Monate während der Facharztweiterbildung in Allgemeiner Chirurgie, Kinderchirurgie, Visceralchirurgie, Haut und Geschlechtskrankheiten, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere und Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Gastroenterologie oder Urologie abgeleistet werden.

*Deutsche Muster-Weiterbildungsordnung (WBO) von 2003

Weiterbildungsinhalt

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • Den konservativen und operativen Behandlungsmethoden der Proktologie, einschließlich:
  • Der konservativen Fissurbehandlung und der Mitwirkung bei operativer Fissurbehandlung
  • Exzision von kleineren peri- und intraanalen Geschwülsten wie Thrombosen, Marisken und hypertrophen Analpapillen
  • Behandlung von Hämorrhoidalleiden, z.B. Verödung, Gummibandligaturen
  • Aufsuchen und Sondierung von Analfisteln und Krypten einschließlich Fadendrainagen
  • Mitwirkung bei der operativen Therapie eines Sinus pilonidalis, der Acne inversa und eines Analabszesses
  • Der Differentialdiagnostik des Analekzems einschließlich Diagnostik und Therapie der anorektaler Geschlechtskrankheiten und analer Dermatosen
  • Der Versorgung und Beratung von Stomaträgern
  • Der Nachsorge bei malignen Tumoren
  • Der digitalen Austastung und Befundung des Analkanals
  • Der Spekulumuntersuchung des Analkanals
  • Proktoskopien und Rektoskopien
  • Der funktionellen und morphologischen Diagnostik der analen Schließmuskulatur, z.B. Manometrie, Endosonographie
  • Der Lokal- oder Regionalanästhesie